Wer hat das nicht schon einmal gelesen oder gehört? Und doch bestätigen Studien (hier nur ein Beispiel) regelmäßig: der Schenkende hat mehr Freude an dem Akt des Schenkens als der Beschenkte.
Das Prinzip gilt natürlich nur beim Schenken sondern auch für das Spenden und Bereitstellen von Unterstützung, durch Präsenz, durch ein beherztes Mitanpacken, durch Zuhören.
Man muss zudem nicht unmittelbar betroffen sein, um zu unterstützen und zu geben.
Geben in der Yoga-Philosophie
Unzählige Begriffe und Konzepte in der Yogaphilosophie, insbesondere in den alten Texten wie der Bhagavad Gita oder den „Yoga Sutras“ von Patanjali beschrieben, belegen eine tiefe und nuancierte Perspektive des Yoga zum Thema Geben oder Dharma (Pflicht, moralisches Handeln).
Beispiele gefällig? Hier sind sie:
Seva
Eine der wichtigsten Praktiken im Yoga ist Seva, das bedeutet, selbstlosen Dienst zu leisten (Bhakti Yoga). Dies wird als Weg gesehen, um das Ego zu transzendieren und die Verbindung mit allen Lebewesen zu fördern. Durch das Geben ohne Erwartung einer Gegenleistung entwickelt man Mitgefühl und Liebe.
Karma Yoga
Einer der vier Hauptwege des Yoga ist Karma Yoga, der Weg der selbstlosen Handlung. Hierbei wird betont, dass Handlungen (inklusive das Geben) ohne Anhaftung an die Ergebnisse durchgeführt werden sollen. Das Ziel ist es, sich von den Ketten des Karma zu befreien, indem man handelt, um zu dienen, nicht um zu erlangen.
Ahimsa
Ahimsa bezeichnet eines der Yamas (moralischen Gebote) in der Yogaphilosophie nach Patanjali, und es ermutigt zu einer Haltung des Gebens durch Nicht-Verletzen und Liebe zu allen. Das Geben wird hier als Ausdruck von Mitgefühl und Verständnis für das Leid anderer gesehen.
Dharma
Das Konzept des Dharma umfasst das moralische und ethische Verhalten, das für das Wohl aller beiträgt. Geben ist Teil dieses Pflichtbewusstseins, das sich auf das Wohlergehen der Gemeinschaft und die Balance im Universum konzentriert.

Zusammengefasst betrachtet die Yogaphilosophie das Geben als integralen Bestandteil des spirituellen Wachstums und der Selbstverwirklichung. Es ist eine Praxis, die nicht nur den Empfänger, sondern auch den Gebenden erhebt, indem sie das Ego verringert, Mitgefühl fördert und das Bewusstsein für die Einheit allen Lebens verstärkt.
Unterstützen von anderen in Trauer
Für mich war es in der Vergangenheit besonders schwierig, für andere da zu sein, wenn diese mit dem Verlust eines geliebten Menschen oder dem Verlust ihrer eigenen Gesundheit konfrontiert waren. Man bleibt oft sprachlos in dieser Situation und vermeidet möglicherweise sogar den Kontakt. Weil man sich hilflos fühlt. Nicht die richtigen Worte findet.
Sich damit auseinander zu setzen, dass Krankheit, Tod und Trauer Teile unseres Lebens sind und damit jeden früher oder später betreffen, ist aus meiner Sicht ein erster Schritt. Denn ich habe manchmal den Eindruck, dass wir Tod und Krankheit in unserer Gesellschaft am liebsten verstecken, vergessen und totschweigen möchten.
Wenn wir uns hingegen wieder eingestehen, dass diese Teile genauso zu uns und unserem Leben gehören wie Freude, Gesundheit und Leben, dann können wir auch für andere da sein.
Zuhören. Nicht wegschauen oder uns wegducken, sondern aushalten und bleiben. Präsenz. Auf diese Weise müssen sich Betroffene nicht alleingelassen fühlen.
Auch können wir Organisationen, die diese Aufgabe professionell übernehmen mit unserer Zeit und/oder unserem Geld unterstützen.
Die Leere Wiege
MINIM YOGA unterstützt insbesondere die Leere Wiege, den Rückbildungskurs der Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V. in München.
Leider sorgen gestiegen Kosten und Kürzungen der Bezuschussung mit öffentlichen Geldern dafür, dass gemeinnützige Einrichtungen wie diese immer mehr auf Spendengelder angewiesen sind. Besonders regelmäßige Spenden sind für Organisation wie diese daher eine große Hilfe (Spendenportal der Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V.).

Am Ende spielt es keine Rolle, wie wir geben. Nur dass wir es tun, in der einen oder anderen Form. Wir dürfen dabei Freude haben. Und uns verbunden fühlen mit den Menschen um uns herum.

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